About

Treffpunkt Weikhard Uhr

„Treff ma uns bei der Weikhard-Uhr?“ – ein Satz, den alle Grazer:innen kennen.
Egal, ob 8010 oder 8020. Egal, ob Frankowitsch-Brötchen oder Käsekrainer. Egal ob Hund oder Taube. Egal, ob jung oder alt. Bei der Weikhard-Uhr kreuzen sich alle Wege.
Sie ist vermutlich das meistbesuchte und trotzdem geheime Wahrzeichen der Stadt.
Der perfekte Treffpunkt im Herzen von Graz.

STUDI-LEBEN / UNIVIERTEL

Graz lebt von jungen Menschen.

Bei vielen der rund 63.000 Studierenden sind die Mittwoche rot im Kalender markiert. Wie ein Feiertag ist der „Schnittwoch“ im Univiertel fest im Wochenrhythmus verankert.

Den Startschuss gibt ein Bier in der Posaune, danach füllen sich die Clubs. Egal, ob Kultus, Kottulinsky oder Monkeys – jede:r ist auf der Tanzfläche und feiert das Studi-Dasein. So wird aus einem Mittwoch das bessere Wochenende.

„Fast alle Grazerinnen und Grazer kennen die sogenannte ‘Weikhard‑Uhr’ als Treffpunkt und geheimes Wahrzeichen.“

TAG IN 8010

8010 ist die Postleitzahl der Bezirke östlich der Mur. Hier trifft man sich in der Früh bei Martin Auer auf einen Kaffee oder genießt über den roten Altstadtdächern ein üppiges Frühstück im Freiblick. Die Menschen spazieren in der Vormittagssonne durch die Schubertstraße und bewundern die alten Villen. Man flaniert über das Areal der Karl-Franzens-Universität, weiter über den Sonnenfelsplatz und erreicht schließlich die größte Grünfläche der Innenstadt – den Stadtpark.

Hier kommt Jung und Alt zusammen. Kinder spielen auf Spielplätzen, Senioren gehen mit ihren Hunden spazieren, Mütter schieben Kinderwägen vor sich her und genießen das frühlingshafte Wetter. Punks sitzen am Brunnen, Obdachlose schlafen im Pavillon, Studenten hören Musik und rauchen selbstgedrehte Zigaretten, frischverliebte Paare schlendern über kleine Wege.

Zwischen Stadtpark und Schlossberg liegt das Paulustor. Wenn man dieses durchquert, kommt man auf den Karmeliterplatz. In der angrenzenden Sporgasse holt man sich ein Eis beim Eis-Greissler. Am unteren Ende befindet sich der Hauptplatz. Hier herrscht buntes Treiben. Einige kaufen sich beim Würstelstand ein Käsekrainer, andere gehen schick angezogen zum Frankowitsch, gönnen sich ein Gläschen Sekt und schmausen Franko-Brötchen.
Am Nachmittag, wenn das Wetter schlechter wird, besucht man ein Museum im Joanneumsviertel, wirft einen Blick auf die neue Kollektion im Kaufhaus Kastner & Öhler – oder zieht sich in die hohen Räume der eigenen Altbauwohnung in Geidorf zurück.
Wenn man am frühen Abend dann noch einmal ausrückt, geht es zuerst zum Kaiser-Josef-Platz. Vormittags verkaufen hier Bauern ihre Produkte, später sitzen Menschen in der Abendsonne an kleinen Klapptischen und trinken Aperol. Danach geht’s in die Schmiedgasse – zum Landhauskeller, El Gaucho, Miss Cho oder in die Welscher Stub’n. Und wer dann immer noch nicht nach Hause will, lässt den Tag im Amouro oder Katze Katze ausklingen.

KONFLIKT 8010 UND 8020

Graz – Stadt der roten Dächer, der resignierten Tauben und eines der letzten ungelösten Mysterien urbaner Koexistenz: der ewige Konflikt zwischen 8010 und 8020.

Die einst pragmatische Gliederung in zwei verschiedene Postbezirke hat sich zu einem kulturellen Stellungskrieg im Kleinformat entwickelt.

Die Frontlinie? Die Mur.

Menschen überqueren sie täglich, meist mit dem Gefühl, feindliches Territorium zu betreten – oder wenigstens einen soziokulturellen Streifzug zu unternehmen.
8010, das Herzstück der akademischen Elite, lebt von steilen Altbauten, feingemahlenem Espresso und Diskursen, die länger dauern als so manche Masterarbeit.
Hier ist alles ein bisschen cleaner, ein bisschen durchdachter, manchmal auch ein bisschen überheblicher.

MULTIKULTURALITÄT

„Doch um mich richtig zuhause zu fühlen, brauch ich halt Türkisch, Kroatisch und Arabisch.“

Graz hat Platz für alle, die in Graz ein Zuhause sehen. Diese Vielfalt macht Graz zu einer besonderen Stadt. Hier leben Kulturen meist nicht nebeneinander, sondern miteinander. In den Gassen hört man Sprachen aus aller Welt, in den Lokalen riecht es nach Gerichten vom Balkan, orientalischen Gewürzen und Köstlichkeiten aus Fernost. Multikulturalität wird zur gelebten, geschmeckten und manchmal auch umkämpften Realität.