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Schaumkronen

Ein Blick ins Graz

Ein Beisel – allein das Wort riecht nach rauchiger Luft, klingt nach klirrenden Gläsern und einem herzhaften „Grüß Gott!“. In Österreich – so auch in Graz - ist das Beisl weit mehr als nur ein Gasthaus. Es ist ein Ort, an dem Geschichten erzählt, Freundschaften gepflegt und gut gespeist und geprostet wird. Ein echtes Beisel hat Charme und ist immer voller Leben.

Sprachlich betrachtet steckt hinter dem Begriff eine lange Reise: Das Wort Beisel (oder auch Beisl) stammt vom tschechischen „pajzl“, was ursprünglich so viel wie Kneipe bedeutete. Wenn man noch weiter in der Zeit zurückgeht, sieht man: „pajzl“ ist eigentlich eine verkleinernde Form von „hampejz“. Einem alten tschechischen Wort, das früher so unterschiedliche Bedeutungen hatte wie Hundehäuschen, Kegelbahn und später sogar Bordell.

Doch keine Sorge: Die Beisel in Graz, sind weder Hundehütte noch Bordell. Beisel sind bodenständig und ehrlich. Man trifft den Gast am Stammtisch und den Wirt mit Schmäh. Ein Ort, der Vergangenheit und Gegenwart auf engstem Raum vereint – mit dem vertrauten Glas in der Hand und dem Gefühl, dass hier jeder willkommen ist

Die Kömbüse

Berühmt und berüchtigt steht die runde hölzerne Hütte wie ein schreiender Kontrast gegenüber von den schicken Lokalen auf der anderen Straßenseite. Untertags wirkt sie unscheinbar, schon fast verloren, doch wenn die Nacht schon lange eingebrochen ist, wenn die Normalbürgerin schon lange in ihrem Bett liegt, dann treffen sich hier die Menschen, die tanzen wollen, die die besten Pommes in ganz Graz suchen.

Das Café Jeton

Das Café Jeton. Eine kleine Tür gegenüber dem Casino, überdacht von einer roten Markise. Darin zu finden ist ein schmaler, langer Raum mit Spiegelwänden auf der einen Seite und einer von vielen Menschen besetzter Bar auf der anderen.

Hinter der Bar, ein älterer, gepflegter Herr mit verschmitztem Lächeln, griechischen Akzent und einer filigranen Brille, der seine Gäste fürsorglich mit Getränken und Snacks versorgt. Auch der eine oder andere Ouzo mit den Gästen darf bei Niki – einem gebürtigen Griechen - nicht fehlen.
Filmposter aus den 70er-Jahren und bunte, schummrige Beleuchtung sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Für die musikalische Untermalung sorgt ein kleines Radio. Die Musik stammt von einem USB-Stick, den einst ein Zahnarzt aus seiner geschlossenen Praxis mitgebracht hat, und der seither unverändert dort auf und ab spielt.
Wegen seiner liebevollen, gutmütigen Art haben die Gäste, vor allem die Stammkundschaft, Niki längst ins Herz geschlossen. Davon zeugen selbstgeschrieben Gedichte und Bilder von ihm und seinen Stammkund:innen an der Wand, die er gelegentlich von ihnen zum Geburtstag bekommt.

Mit seiner zauberhaften, heimeligen und gemütlichen Atmosphäre ist das Jeton ein Ort, an den man gerne immer und immer wieder zurückkehrt.

Για τη φίλη μας τη Νίκη-μουσική και στίχοι

In der Grazer Altstadt gibt's a klane liabe Bar
jeder Gast is dort a Freund dort is ma nie allan
und der Wirt is a Hit is immer für uns da
es is Niki, unser Freund und er mag uns aa.

Es sind alle seine Drinks wirklich erste Klasse
Egal ob Wein oder Bier Qualität geht ihm vor Masse
und natürlich hat auch er ein Lieblingsgetränk
und des is sein Ouzo den kriegn wir als Geschenk

Refrain

Eine Ouzo haben wir immer noch getrunken
mit dem Ouzo sind wir dort manchmal ganz schön versunken
Niki hat ihn immer gern und oft mit uns getrunken.

Zwischenspiel

Studieren is er kommen, damals ins schöne Graz
im Messeschlössl hat er aufgsperrt und war dann DER Grieche in Graz
Dann hat er jahrelang seine Freund im Ostbahnhof bewirtet,
doch hat die ÖBB ihm das Lokal zug'sperrt
und jetzt sind wir bei ihm im Cafe Jeton alle zu Haus

Heute sagn wir mit dem Lied unserm Niki schönen Dank
denn er öffnet für uns immer Herz und Kühlschrank
und er lässt uns immer spurn dass wir willkommen san
und dann trink ma oft an Ouzo nur leider nie an klaan.

Mikis Gang: Hans, Franz, Florian und Ernst

Die Eichkatzl Stub'n

Ein Ort wo alles zusammenkommt. 

Auf hölzernen Stühlen, die im Garten scheinbar wahllos um die Tische gestellt wurden oder auf den harten Bänken in der kleinen Stube, hier kommen alle zusammen.

Die Stadtparksspaziergängerinnen, die Burschenschaftler und Linksproletinnen, die Ärztinnen, Anwältinnen und benachbarte Polizistinnen die sich inkognito unter die Menge mischen. Ein einziger Kellner, der den Laden schmeißt, der unaufhörlich erzählt und von Mensch zu Mensch hüpft, von Geschichte zu Geschichte springt, dessen lachen über die Theke hinweg den runden Raum füllt.

Er heißt Flo, alle wissen und schwören, dass ohne ihn nichts hier funktionieren würde, von jeder Ecke rufen die Stammgäste seinen Namen, wollen eine mit ihm rauchen gehen, ihm das Neueste erzählen oder einfach die nächste Bestellung abgeben.

Ein Ort, an dem sich in einer Sekunde die Pensionistin das Schlagerlied wünscht und in der nächsten die Studentin eine Technoscheibe lauter dreht und dann tanzen sie gemeinsam. Ein Ort zum Diskutieren, zum über Gott und die Welt reden, zum Anschreien und nett Zusammensitzen, zum Beobachten und in der Ecke Sitzen, zum Trinken, Lachen, ausgelassen Sein. Man munkelt, dass die österreichische Team der Nationalschwimmerinnen hier das Schwimmen erst richtig gelernt hat, und dass das Fenster als Alternativeingang nicht ausgeschlossen ist. 


Vor der runden hölzernen Stube stehen zwei große Ohrensessel, sie laden die Passantinnen von der Straße aus ein. Die abgenutzten Sitzflächen zeugen von den unzähligen hitzigen Diskussionen die dort wohl schon ausgefochten und von dem Frieden, der dort wohl schon geschlossen wurde. Denn im Eichkatzl kommt alles zusammen.