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Geheimnisse von Graz

Sehen, was andere übersehen

Graz – Altstadt-Traum, Studentenparadies, UNESCO-Juwel. Doch hinter dem Bilderbuch-Idyll verbirgt sich etwas. Etwas, das nicht in Reiseführern steht.

Denn wo andere Kaffee trinken, graben wir. Unter Altstadtflair und Glockenspiel stoßen wir auf Spuren, die nie hätten gefunden werden sollen:

Ein Brunnen, der in Verbindung mit einer dubiosen Firma steht.
Ein Mausoleum, das mehr verbirgt als kaiserliche Knochen.
Und eine Statue, die kulinarisches Grauen konserviert.
Wir sind eine journalistische Einheit. Unser Auftrag: die Fälle, über die niemand spricht.
Begleiten Sie unsere Reporterin – zwischen kryptischen Hinweisen, sonderbaren Zeugen und einem Historiker, der zu viel weiß.

Glauben Sie nichts. Fragen Sie alles. Und vor allem: Meiden Sie den Ungläubigen.

#xr34278: Fallakte Schlossberg

Status: hochgradig vertraulich

Dokumente: gelöscht, korrumpiert

Beweislage: dünn, geschmacklich eindeutig

Statements: keine

Vor rund zwei Monaten erreichte unsere Redaktion ein Hinweis, der zunächst absurd klang – und sich dann als erschreckend plausibel herausstellte.

Ein anonymer Whistleblower, der uns namentlich bekannt ist, übermittelte eine interne, als vertraulich gekennzeichnete E-Mail der Firma A. Darin: der Verdacht, dass ein bekannter österreichischer Getränkehersteller seit Jahren heimlich eine Quelle unter dem Schlossberg nutzt – und das daraus sprudelnde Wasser dem Geschmack ihres Kräutergetränks verblüffend gleicht.

Offiziell beruft sich die Firma auf eine eigene Rezeptur. Doch interne Daten und Produktionsjahre weichen von den öffentlichen Angaben ab. Ob das nun ein Zufall oder doch eher ein systematisch verschwiegenes Geschäftsmodell ist? Wir haben nachgeforscht.

#Beweismaterial O.ex.tern - (redaktionell gekürzt):

Betreff: Bitte um Klärung – Brunnenleitung Schlossberg
Von: m.tiefenthal@a**.at
An: zentrale@a**.at
Datum: 14.11.2024 – 03:19 Uhr
Status: Interner Schriftverkehr – VERTRAULICH

Liebes Zentrale-Team!

Wir hatten erneut Störungen im Leitsystem 0J1957.Schlssbrg und einen erheblichen Druckaufbau. Es zischte mehrmals aus den Wänden und Besucher:innen wurden darauf aufmerksam. Ich konnte gerade noch die Security überzeugen, den Platz für eine Weile zu räumen. […]

Bitte um Rückmeldung, wir brauchen hierfür schnellstens eine Lösung. Ich kann euch nicht garantieren, dass noch alle ruhig bleiben, wenn sich herumspricht, woher unser Produkt WIRKLICH kommt.

Bitte dringend Rückmeldung – bevor es wieder aus der Wand zischt.

MfG
Markus Tiefenthaler
Technische Leitung, Betriebsstelle Schlossberg
A--- Getränke GmbH

Dateianhang: „quelle22a_druck.pdf“ – (korrumpiert)

Bildanhang: „brunnen_rohr_konfliktzone.jpg“ – (gelöscht)

Doch von der Firma? Kein Kommentar. Auf unsere Anfrage kam – nichts. Schweigen im Blätterwald. Aber: Wer in Graz tief genug gräbt, trifft früher oder später jemanden, der bereit ist, ein bisschen mehr zu sagen, als er eigentlich sollte. Also machen wir uns selbst auf den Weg – direkt zum Brunnen. Von außen völlig unscheinbar. Doch kaum nähern wir uns, taucht plötzlich ein seltsamer Tourist auf. Verfolgt er uns? Beobachtet er nur?

Parallel dazu schlägt auch der Stadt-Historiker in seinen alten Aufzeichnungen nach – und tatsächlich: Zwischen staubigen Seiten stößt er auf Hinweise, die unserer Recherche neues Leben einhauchen.

#Beweismaterial Videos O.278:

#xr34279: Fallakte Mausoleum

Status: aktiv, unter Beobachtung
Zugang: beschränkt
Beweislage: fragmentarisch, übel riechend

Auch der nächste Fall beschäftigt unsere Redaktion intern extrem: Das Mausoleum von Kaiser Ferdinand II. – ein Prunkbau: kunstvoll, monumental, sakral. Offiziell ist es ein Grabmal. Inoffiziell? Vielleicht ein Siegel.
Seit Jahrhunderten kursieren Gerüchte über eine Bruderschaft, die sich selbst „Die Letzten Türhüter“ nennt. Archivarisch nicht belegt, doch trotzdem in aller Munde – jedoch ist die Beweislage bröckelig dünn. Doch der Stadthistoriker weiß ein bisschen mehr, er blättert in seinem Buch und findet – eine erstmal plausible Geschichte.

#Beweismaterial Video O.279a:

Daraufhin begab sich unser Kamerateam vor wenigen Tagen selbst auf die Spurensuche. Off-Screen passierten einige Dinge. Die Reporterin beschreibt eine Szene, die sich am Morgen ihres Besuchs abspielte – seltsam genug, um notiert zu werden:

#Beweismaterial xr.279

Ort: Innenhof, unweit des Seiteneingangs, 08:12 Uhr
Umstände: Beschilderung: „Wegen Umbauarbeiten ab XXX geschlossen“
Notiz Redakteurin:Komischerweise sehe ich weder Arbeiter noch Anzeichen von (Um-)Bauarbeiten – die müssten aber längst laufen. Auch Bewohner:innen aus den Nachbarhäusern nehmen keine Geräusche wahr.

8:12: „Ich stand am Seiteneingang, als plötzlich ein muffiger Geruch durch die Lüftung strömte – warm, leicht rauchig, mit einem Hauch von ... Kümmel? Ich weiß nicht wieso, aber ich dachte an etwas Altes, Eingeschlossenes – an Hunger.

8:45: „Die Dreharbeiten verliefen auch nicht besonders... Da war wieder diese eine Tourist. Wir hatten ihn ja letztens schon gesehen.. Er war ein bisschen aggressiv und irgendwie brachte mich das aus der Ruhe. Wir müssen da jedenfalls nochmal hin!

#Beweismaterial Video O.279b:

Nächste Schritte:
• Gespräch mit Domverwaltung (Status: bisher abgelehnt)
• Zugang zu Bauplänen der Untergeschosse beantragt
• Anfrage an das Bundesdenkmalamt (Status: noch unbeantwortet)

#xr34280: Fallakte Palais Saurau

Status: historisch – oder doch gegenwärtig?
Zugang: jederzeit, aber nicht folgenlos
Beweislage: steinern, paniert
Quellen: widersprüchlich, teilweise essbar

Graz hat ja bekanntlich viele Gesichter. Einige davon sind aus Fleisch und Blut, andere aus Stein – und eines davon steht ziemlich stoisch mitten in der Sporgasse. Eine merkwürdig starre Gestalt, in orientalischer Tracht, halb im Sprung, halb im Stillstand: die sogenannte Türkenfigur.

Tourist:innen bleiben stehen, machen ein schnelles Foto, werfen einen Blick aufs Schild – und gehen weiter. Was sie dort lesen, ist allerdings nur die halbe Geschichte. Zumindest vermuten wir das. Und wie so oft beginnt alles mit einer Mail.

Vor zwei Wochen meldete sich eine treue Leserin unseres Blogs. Ihr Anliegen: eine Figur, ein Schild – und ein Gerücht. „Da steckt doch mehr dahinter,“ schrieb sie. Und: „Es geht um ein Schnitzel-Drama."
Ein Schnitzel-Drama. Wir dachten zuerst auch an einen Scherz. Aber was sollen wir sagen – wir lieben eure Hinweise. Also machten wir uns auf eine Recherche der eher klassischen Art: mit Notizblock, Kamera und einer gesunden Portion Neugier.

#Beweismaterial xr.280a

Notiz einer Passantin, eingesendet per Mail:

„Ich ging spät durch die Gasse. Es roch nach frischem Fleisch, aber alles hatte schon längst zu. Dann knackte etwas – als hätte jemand Stein bewegt. Ich drehte mich um, aber ... niemand da. Nur diese Figur. Ich meine, der Blick war vorher anders.

Also buchten wir die nächtliche Stadtführung. Wir möchten gerne wissen: Was hat diese Türkenfigur mit Schnitzeln auf sich? Unsere Redakteurin und zwei Kameramänner gingen undercover mit. Wir sprachen einige Menschen auf die wohl kuriose Geschichte an, doch keiner scheint eine Antwort zu haben, geschweige denn je davon gehört zu haben. Also wollten wir diese Untersuchung einstellen. Bis wir im Nachhinein im Videomaterial etwas seltsames entdeckten:

#Beweismaterial xr.280b

Ausschnitt aus nächtlicher Videoaufnahme, 04.05.2025, 23:37 Uhr:
Die Figur wirkt leicht gedreht. Vergleichsaufnahmen zeigen: linker Arm – vorher unten. Jetzt angewinkelt.

Daraufhin begaben wir uns abermals in die Sporgasse, redeten mit einem seltsam ungläubigen Passanten. Als wollte er uns von einer Spur abbringen … In diesem Fall konnte selbst der Stadthistoriker wenig helfen – ein paar Infos hatte er aber trotzdem.

#Beweismaterial xr.280c:

Letzte Erkenntnis

Zwei Tage später klingelte das Telefon – am anderen Ende: ein Imbissbudenbesitzer mit einer kuriosen Geschichte: „Ich habe euch vor der Statue beobachtet. Damals hat man gesagt: Wer spät noch Hunger hat, geht nicht in den Kühlschrank – der wartet in der Gasse.

Daraufhin haben wir eine thermografische Aufnahme der Statue anfertigen lassen, darin zeigte sich ein merkwürdiger Hotspot, ehemals wohl glühend heiß und oval – genau an der Handfläche. Der zündende Beweis? Ein Schnitzel?

Wir bleiben dran. Und empfehlen: Augen offen halten. Und beim nächsten Mal vielleicht doch den Schirm mitnehmen – falls es wieder panieren sollte.

Wir bleiben für euch an den Fällen dran. Haltet die Augen offen – neue Beweise gerne an folgende E-Mail: spuren-mystery.graz@gmx.at

  • (Die bereitgestellten Informationen wurden frei erfunden. Dieses Projekt geschah im Rahmen eines Studierendenaustauschs zum Thema Multimediales-Storytelling unter der Idee: eine Mockumentary (frei erfundene Geschichte) über Grazer Sehenswürdigkeiten multimedial zu erzählen)